Bild: Wettbewerb Neubau Pfarrheim St. Peter und Paul, 1. Rundgang Bild: Wettbewerb Neubau Pfarrheim St. Peter und Paul, 1. Rundgang Modell & Modellfoto Modellwerkstatt Mijalski + Nasarian GmbH

Wettbewerb Neubau Pfarrheim St. Peter und Paul, 1. Rundgang

2015-12-15

Leitgedanken: Das zu bebauende Grundstück liegt im Altstadtviertel im Schatten der Kirche. Es ist entstanden aus dem Zusammenschluss von Teilflächen der Anrainerflächen. Eingefasst wird dieser Ort aus den umliegenden Gebäuden, dem historischen neogotischen Krankenhaus, der alten Küsterei aus dunklem Ziegel und mächtigem Walmdach und dem langgestreckten Wohnheim mit Putzfassade und Flachdach. Das Grundstück wird vom Kirchplatz erschlossen und stellt dabei die Verbindung zwischen dem Kirchplatz und dem Wohnheim bis zur Stadtmauer her. Die geforderte Eingeschossigkeit, die Abstandsflächen und die Baulasten erschweren die Behauptung und Positionierung des Gebäudes im Zusammenhang des Ortskernes. Die Situation erfordert die Schaffung einer Gebäudetypologie über den Ort zum Inhalt.

Baukörper: Aus diesem Grund haben wir einen Baukörper geschaffen, der die aufgehenden Wände der Nachbargebäude in ihrer Lage spiegelt, mit Ihnen eine Verbindung eingeht und so als übergeordnete Einheit den Ort definiert. Die differenzierten Höhen des Baukörpers beschreiben in Teilen die Funktionen der Räume, bilden aber insbesondere im Bereich des Saales die Überlagerungen der Zuschaltbarkeiten im Zusammenhang mit den Außenräumen ab. Die Blickbeziehungen der Innenräume zueinander und die Blickbeziehungen der Innenräume mit den Außenräumen und den Nachbarbebauungen werden über die Öffnungen in der Fassade gesteuert und funktional optimiert. Erschlossen wird das Gebäude vom Kirchplatz, entlang eines langgestreckten Baukörpers über einen Windfang, der den Zugang zu den WC-Anlagen während der Wallfahrt und zum Pfarrheim organisiert. Über diesen Windfang erreicht man das Foyer, das zentral alle Gruppenräume, den Saal und die Küche mit Blickbeziehungen zur Kirche und zum Garten erschließt. Das Foyer übernimmt die differenzierten Höhen der angeschlossenen Räume und bildet so bei geöffneten Faltanlagen ein komplexes Raumkontinuum. Die beiden Gruppenräume 1 und 2 öffnen sich Richtung Kirchplatz im Norden, dem Krankenhaus im Westen und Richtung Wanderstraße im Süd-Westen. Der Saal wird im Süd-Westen über die diagonale und im Osten im Zusammenschluss mit der Gruppe 3 mit Licht und Aussicht versorgt. Fassadenöffnungen im direkten Gegenüber zu den angrenzenden Bebauungen werden bewusst, soweit wie möglich, vermieden.

Fassade: Die Fassadenstruktur besteht zum einen aus schmalen Fenstern innerhalb der Wandflächen für die untergeordneten Räume, zum anderen aus großflächigen Öffnungen, die rhythmisch durch Pfeiler die Räume über die diagonale oder in der Fläche zu den Außenräumen öffnen. Die Dichte der Öffnungen entscheidet über Privatheit und Öffentlichkeit. Alle Fenster und Türen sind auf einer Höhe koordiniert, oberhalb dieser Zäsur liegen die Lagerfugen des Mauerwerks zurück und erzeugen so eine Schichtung des Baukörpers. Der rote Ziegel spiegelt die Farben des Krankenhauses und der Küsterei wieder. Die Fenster erhalten rostrote Flügel in den tief in die Mauerlaibung liegenden Blendrahmen, die nur als Schattenfuge wahrgenommen werden. Alle Wände werden mit Blechen aus einbrennlackiertem Aluminium im gleichen Farbton abgedeckt. Organisation: Das Gebäude ist bis auf die Technikräume über der Küche, barrierefrei über den Kirchplatz und den Innenhof erschlossen. Die Bebauung hält sich an die vorgegebenen GRZ, GFZ und Geschossigkeiten des Bebauungsplanes und der Altstadtsatzung. Die Gebäudefluchten beziehen sich präzise auf das Krankenhaus und die Küsterei, um die Stadträume ausgewogen zu definieren. Die Hüllflächen sind differenziert mit den Funktionen abgestimmt und erzeugen so eine wirtschaftliche Kubatur. Am Kirchplatz empfängt das Nebengebäude des Pfarrheimes, abschließend mit einer übergroßen Sitzbank, den neugierigen Besucher mit einer einladenden Geste zum Verweilen und verortet so das Gebäude aus seiner Innenhoflage heraus innerhalb der Stadt.

Bild: Wettbewerb Neubau Pfarrheim St. Peter und Paul, 1. Rundgang Bild: Wettbewerb Neubau Pfarrheim St. Peter und Paul, 1. Rundgang Modell & Modellfoto Modellwerkstatt Mijalski + Nasarian GmbH


Zurück zur Übersicht