Bild: Wettbewerb Neubau des Pfarrheims St. Johannes Ev., 2. Rundgang Bild: Wettbewerb Neubau des Pfarrheims St. Johannes Ev., 2. Rundgang Ansicht Süd, Lageplan, Ansicht West, Grundriss EG

Wettbewerb Neubau des Pfarrheims St. Johannes Ev., 2. Rundgang

2015-03-30

1678 wurde durch Christoph Bernhard von Galen, im ehemaligen Hofgarten der fürstbischöflichen Residenz der Landesburg Sassenberg, die neu gebaute Kirche auf den Patron St. Johannes Evangelist geweiht. Sie ersetzte die zu kleine Kapelle auf der Burg. Diese Kirche wurde im Zuge der Gegenreform in spätgotischer Bauweise mit barocker Ausstattung errichtet. Seit dem Jahre 1754 ergänzt das von Johann Conrad von Schlaun als Sommersitz für den fürstbischöflichen Münsteraner Kanzler Christoph Bernhard Engelbert Schücking gebaute und nach ihm benannte Haus das jetzige Ensemble. Beide Gebäude bilden mit ihren einfriedenden Mauern, dem neuen neobarocken Kirchturm von 1914 und dem alten Baumbestand eine parkähnliche Situation. Das Pfarrhaus aus dem Jahre 1951 nimmt mit seiner Tektonik und der solitären Lage im Grundstück diese Stimmung des Ortes auf. Alle anschließenden Gebäude definieren daher den Übergang von einer weitläufigen parkartigen Situation in einem gefassten Straßenraum. Das neue Pfarrheim übernimmt an dem südlichen Übergang am Langefort diese Funktion. Die zeitgemäß fortgeführte Schlaunsche Mauer des Hauses Schücking führt über ihren kreisförmigen Verlauf übergangslos von dem Kirchplatz auf den neuen Pfarrhof. Das neue Pfarrheim besteht aus zwei spiegelsymmetrischen Baukörpern die ein trapezförmiges Foyer umschließen, das sich nördlich zu diesem neuen Pfarrhof und südlich zum Parkplatz öffnet.

Die Bibliothek bildet, mit dem offenen Übergang über das Foyer zum kleineren Teil des Pfarrsaales, das Zentrum des Hauses. Außen verschmelzen das Foyer und die beiden Häuser zu einem Körper zusammen. Die Ausrichtung der Öffnungen der Aufenthaltsräume in Ost- und Westrichtung und die Öffnung des Foyers in Nord- und Südrichtung parallel zum Straßenverlauf, schaffen mit den geschlossenen Giebeln und asymmetrisch geneigten Dachflächen einen skulpturalen Baukörper zwischen Tradition und Abstraktion. Zusammen mit dem Pfarrhaus entsteht ein neues öffentliches Zentrum kirchlichen Lebens. Der eine zweigeschossige Baukörper in Verlängerung des Pfarrhauses und im Anschluss an die neue Wohnbebauung, beinhaltet im Erdgeschoss die Gruppenräume der Erwachsenen, die Bibliothek und die Nebenräume, im Obergeschoss den Jugendbereich, den großen Gruppenraum und das gewünschte Büro für den Diakon. Die Räume sind Richtung Osten belichtet. Der andere eingeschossiger Baukörper nimmt die Flucht der Straße Langefort auf und bildet so den Übergang von der Straßenrandbebauung in den Platz. Dieser Baukörper beinhaltet den zweiteiligen Pfarrsaal mit der dazugehörigen Küche und dem Hausanschlussraum. Im Dachgeschoss, von der Dachterrasse über dem Foyer zugänglich, sind die Technikräume untergebracht. Der Pfarrsaal einschließlich der Küche wird über die Westseite belichtet.

Das Pfarrheim erhält eine Fassade aus roten Ziegeln in einer Rückseitensortierung mit einer leicht rötlichen Fuge, um den monolithischen, skulpturalen Habitus zu stärken. Das Dach wird mit einer naturroten matten Tonpfanne eingedeckt. Alle Anschlussdetails werden in vorbewittertem Zinkblech ausgeführt. Die Farbe der Blendrahmen der Holzfenster wird in kupferbraun auf den Ziegel abgestimmt, alle Öffnungsflügel der Fenster und Türen in Weiß in die Rahmen eingesetzt. Die Räume erhalten einen weißen mineralischen Anstrich mit Ausbildung eines Sockels. Die Böden werden mit Hartbelägen in den Aufenthaltsräumen und mit Keramik in den Nassbereichen belegt. Die Innentüren und Wandschränke werden mit Eichenfurnier ausgeführt.

Bild: Wettbewerb Neubau des Pfarrheims St. Johannes Ev., 2. Rundgang Bild: Wettbewerb Neubau des Pfarrheims St. Johannes Ev., 2. Rundgang Ansicht Nord, Grundriss OG, Ansicht Ost, Schnitte


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