Bild: Wettbewerb St. Hedwig Kathedrale, 1. Rundgang Bild: Wettbewerb St. Hedwig Kathedrale, 1. Rundgang Bernhard-Lichtenberg-Haus

Wettbewerb St. Hedwig Kathedrale, 1. Rundgang

2014-07-01

Neue, zeitgemäße Lebensformen können niemals durch Adaptierung historischer Formen entstehen. Der wahre Traditionalismus ist der, der sich zu dem Geist bekennt, aus dem die alten Formen ehemals entstanden sind. Adolf Loos

Die Kathedrale als Ort der gemeinschaftlichen, spirituellen Begegnung mit Gott, das Bernhard-Lichtenberg-Haus als Haus der kommunikativen Begegnung durch Gott. Ein Haus das an der Französischen Straße eine Raumkante definiert, an der Straßenecke "Hinter der katholischen Kirche" den räumlichen Übergang zur Sakramentenkapelle der St. Hedwigs-Kathedrale herstellt und an der Hedwigskirchgasse den Eingang zum Kirchplatz und zum Bebelsplatz vorbereitet. Ein Haus das über unterschiedliche Höhen und Staffelungen der Kathedrale genügend Raum gibt, aber so nah an Sie herantritt, dass Verbindungen und Synergien entstehen, um einen multifunktionalen Ort inmitten der Stadt entstehen zu lassen.

Der liturgische Weg, beginnend am Hauptportal im Norden der Kathedrale, mit Blick zum ausgelegtem Evangelium auf dem Tisch des Wortes, über die Bodenöffnung in der Mitte der Kirche als nicht begehbarer Bezirk, zum Altar als Tisch des Brotes und weiterführend leicht ansteigend der Weg zur Sakramentenkapelle mit dem geosteten Tabernakel. Das alles umschlossen von der versammelten Gemeinde. In der Vertikalachse, beginnend in der Taufkapelle mit dem geerdetem Taufstein, über die Lichtöffnung in der Altarinsel, umgeben von Altar, Ambo, Kreuz und Taufkerze, frei als reine Lichtachse in dem farblich weiß gefassten Kathedralraum bis in den Scheitelpunkt der weißen, indirekt beleuchteten Kuppel. Bekrönt von einer neuen, mit opakem Glas zylindrisch umschlossenen Laterne, mit dem freien Blick in den Himmel. Oben als Abschluss, die von Innen und Außen weit sichtbare Interpretation des Kreuzes. Das Kreuz nicht als Dokumentation des Sterben Jesu, sondern das verlassene Kreuz als Zeichen der Überwindung der Qualen und dem daraus folgenden Tod. Das Kreuz wird getragen von denen die am Kreuz ausharren und denen, die wie Jesus am Kreuz sterben. Das gemeinsame Leben, das Sterben, der Tod und die Hoffnung der Auferstehung als kollektives Erlebnis der Glaubensgemeinschaft, im Geheimnis des Glaubens.

Bild: Wettbewerb St. Hedwig Kathedrale, 1. Rundgang Bild: Wettbewerb St. Hedwig Kathedrale, 1. Rundgang St. Hedwig Kathedrale


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