Bild: Wettbewerb Kolumbarium in St. Michael in Rheine, 2. Preis Bild: Wettbewerb Kolumbarium in St. Michael in Rheine, 2. Preis Lageplan, Grundriss, Schnitte
 
Bild: Wettbewerb Kolumbarium in St. Michael in Rheine, 2. Preis Bild: Wettbewerb Kolumbarium in St. Michael in Rheine, 2. Preis Perspektive Innenraum

Wettbewerb Kolumbarium in St. Michael in Rheine, 2. Preis

2011-06-09

Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen. Genesis 2,4b-7

Feuchte Erde zu einem Stein geformt und durch das Feuer gehärtet ist das Ausgangsmaterial des Kolumbariums. Es ist das Material aus dem die St. Michael Kirche gebaut wurde. Es ist ein Material, dass durch den Menschen der Erde entnommen wird, geformt wird zu einem Baustein im Ebenmaß des menschlichen Handels. Ein Material, das im Feuer aus formbarer, feuchter Erde zu einem tragfähigen Stein sintert. Der tragfähige Stein wird zu Mauern geschichtet, die die bestehenden Kirchenmauern von innen nach außen durchdringen und öffnen. Die Mauern umfassen Innen- und Außenräume der Sammlung und Versammlung. Die Mauern definieren die Grenze zwischen dem Kreuzgang und der Aussegnungshalle. Der Kreuzgang von dem aus die Grabkammern erschlossen werden und die Aussegnungshalle die von den Mauern mit den Gräbern umschlossen wird. In den regelmäßigen Öffnungen der Mauer aus lehmfarbenen Steinen werden die Urnenkammern aus individuellem Naturstein mit eigemeißelter Schrift und Symbol eingelassen. Die Maueröffnungen nehmen das Licht auf, das die Angehörigen als Zeichen der inneren Verbundenheit den Toten opfern. Das Licht durchbricht auf der Rückseite der Gräber die Dunkelheit der Mauer und erhellt die Trauergemeinde in der Aussegnungshalle. Es bindet sie ein in die Gemeinschaft der Lebenden und der Toten.

Am Haupteingang beginnt die Mittelachse die von der Tauferneuerung aus dem ehemaligen Sakrarium, über die Aussegnungshalle, bis zum Gemeinschaftsgrab unter dem vorhandenen Oberlicht führt. Dort überragt der vom Altarkreuz abgenommene Korpus das Gemeinschaftsgrab als Zeichen der Überwindung des Leidens und des Todes. Das Kreuz, als Werkzeug des Martyriums, verbleibt an der Rückwand, dort wo es sich seit der Konsekration der St. Michaelskirche befindet. Die Transformierung der Pfarrkirche in eine Bestattungskirche wird so zeichenhaft an dem zentralen Bild des Glaubens verdeutlicht.



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